Orakel und Horoskope – der Blick in die Zukunft

Was sind Orakel eigentlich?

Ein Orakel befragt eine höhere Instanz, um eine offene Frage zu beantworten. Meistens werden Orakel dazu verwendet, Dinge vorauszusagen und eine Tendez zu sehen. In der Antike galt ein Orakel als „dominante Form der Vorausschau“, wie es Wikipedia nennt.

In der heutigen Zeit findet man unterschiedliche Meinungen zum Thema „Orakel“. Einige sind der Meinung, daß es im Universum oder dem „Ganzen“ keine Zufälle gibt. Da alles wieder mit Allem zusammenhängt, sei jede Zeit, und ist sie auch noch so gering, vorherbestimmt und damit nicht mehr veränderbar oder manipulierbar. Jeder sollte sich in sein Schicksal ergeben, da man es nicht ändern kann.

Dabei kann Kartenlegen als Orakel wirklich sehr spannend sein. Je nachdem wer Ihnen die Karten legt, und wieviel Erfahrung dieser Kartenleger hat, desto unterschiedlicher kann das Orakel ausfallen. Auch wird behauptet, der Ort an dem das Orakel befragt wird, könnte das Ergebnis der Sitzung beeinflussen. Natürlich spielt die Umgebung eine Rolle, und auch das verwendete Kartendeck.

Persönliches oder telefonisches Orakel?

Tipp: Lassen Sie sich die Orakelkarten lieber persönlich legen, anstatt an einem Servicetelefon. Eine persönliche Sitzung bringt oft mehr Erkenntnisse und es ist leichter, gezielte Fragen zu stellen. Am Telefon will man eher schneller zu einem Ergebnis kommen, was den Ausgang des Orakels negativ beeinflussen kann.

In der heutigen Zeit sollen Orakel eine Entscheidung erleichtern. Kommt man im Leben an einen Punkt, an dem man sich zwischen zwei Sachen entscheiden soll, wird ein Orakel nach einer Entscheidungshilfe gefragt. Dabei genügt oft schon eine Tendenz zu einer Seite um dann diese Richtung einzuschlagen. Dabei können die Gründe, ein Orakel zu befragen, ganz unterschiedlich sein. Neuerdings werden bei wichtigen Fußballspielen oder anderen gesellschaftlichen Großereignissen vorher tierische Orakel eingesetzt. Als Beispiel werden einem Hund zwei Freßnäpfe zur Auswahl präsentiert, und wenn er einen auswählt, soll das eine Tendenz anzeigen.

Weissagung und Zukunft

Ob und wie genau eine etwaige Weissung in der Zukunft zutrifft, darüber gibt es noch keine genauen Statistiken. Aber je mehr man an seiner eigenen Zukunft arbeitet, kann einem eine gute Weissagung durchaus unterstützen. Die verschiedenen Kartendecks sprechen auch eine unterschiedliche Sprache. Dabei ist es die Aufgabe des Kartenlegers, die Karten auch richtig zu deuten. Gehen Sie daher zu einem Kartenleger, den Sie nicht kennen. Dieser wird also ohne Vorkenntnisse und ohne Details zu wissen, die Karten legen und versuchen, die Zukunft aus diesen Karten zu lesen. Ob die Weissagung jedoch zutrifft oder nicht, muss abgewartet werden.

Die Geschichte des Kartenlegens

Genaues weiss man eigentlich nicht. Man vermutet den Ursprung des Kartenlegens zwar in China, aber auch schon die Ägypter arbeiteten mit Karten, die sie als Orakel legten, um in die Zukunft zu schauen. Aus diesem Grund sind auch einige Forscher der Meinung, daß die Kunst des Kartenlegens eventuell auch den Urprung im heutigen Afrika zu suchen ist. Nach Europa kam das Kartenlegen aus dem Orient jedoch erst gegen Ende des 13. Jahrhunderts. Die Kartelegekunst wurde meist im verborgenen praktiziert, denn Geistlichkeit und Obrigkeit mißbilligten das Weissagen aus Karten und stellten es unter hohe Strafen. Lange Zeit über galt das Kartenspielen als „Teufelswerk“ und Unglück bringend. Es gab Verordnungen in denen genau festgelegt wurde, wann und an welchen Orten gespielt werden durfte. Nicht in der Nähe und geschweige denn in Gotteshäusern, nicht an kirchlichen Feiertagen und nicht am Sonntag etc. Viele Kartomanten wurden noch bis ins 18. Jahrhundert als Hexen/Hexer verfolgt.

orakel und karten legenWie wir bereits erfahren haben, werden Karten seit Jahrhunderten dafür genutzt, den Menschen die Zukunft vorauszusagen. Über die gewöhnlichen Spielkarten hinaus haben sich zu diesem Zweck weitere Kartenformen etabliert, die bekannteste unter diesen sind die sogenannten Tarotkarten. Doch auch sie wurden laut Überlieferung zunächst als Spielkarten benutzt, bevor man ihr Potenzial entdeckte, die Zukunft deuten zu können. Hier eine kurze Einführung in die Geschichte des Tarot:

Mit dem Begriff Tarotkarten bezeichnet man ein Set aus 78 Spielkarten, das vorrangig zur Vorhersage der Zukunft sowie zu Lebenshilfezwecken verwendet wird. Die 78 Karten sind aufgeteilt in 56 Karten der kleinen Arkana und 22 Karten der großen Arkana. Zumindest bei den Karten der kleinen Arkana soll es sich früher um Spielkarten gehandelt haben – sicher belegt ist dies allerdings nicht.
Tarotkarten wurden bereits im 15. Jahrhundert nachweislich verwendet, insbesondere in nordafrikanischen Ländern wie Ägypten und Marokko. Die Karten wurden beispielsweise von Gelehrten benutzt, die darin die Grundstruktur des mystischen Einweihungsweges sahen. Woher das Wort Tarot stammt, ist bis heute noch nicht abschließend geklärt. Manche Experten sind der Meinung, der Begriff stamme aus dem Französischen und stehe dort für ein altes Kartenspiel, andere wiederum leiten Tarot ab aus der italienischen Bezeichnung Tarocchi oder dem deutschen Wort Tarock, was in etwa soviel wie „Trumpf“ bedeutet. Die französische Ableitung von Tarot könnte durch das Wort „Taroteé“ gebildet werden, was „kariert“ bedeutet. Diese Herleitung liegt recht nah, da die Rückseiten von Spielkarten früher immer kariert waren.

Tarotkarten

Da die Menschen vor dem Unbekannten und insbesondere vor dem Okkulten schon immer großen Respekt hatten, wurden Tarotkarten im Laufe der Jahrhunderte immer wieder mit Verboten belegt, bzw. ihr Einsatz entsprechend reglementiert. Um diese Verbote zu umgehen, nutzten Eingeweihte in früheren Zeiten insbesondere die Karten der kleinen Arkana als reines Unterhaltungsspiel. Zudem kamen die 22 Karten der großen Arkana erst später hinzu, genauer gesagt zu Anfang des 16. Jahrhunderts. In diesem Jahrhundert wurde das Tarot erstmals richtig populär, es kristallisierten sich mit der Zeit verschiedene Ausführungen heraus. Durchsetzen konnte sich dabei das sogenannte „Venezianische Tarot“, teilweise auch als „Marseille Tarot“ bezeichnet. Die Städtenamen kommen daher, dass man in einer dieser Städte die Ursprünge des Tarots vermutet.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts entwarf der Amerikaner Arthur Edward Waite ein neues Tarot. Die Besonderheit: Erstmals waren alle Karten illustriert und konnten zur Deutung herangezogen werden. Zuvor dienten dazu lediglich die Karten der großen Arkana sowie die sogenannten Hofkarten. Das neue Tarot-Kartendeck wurde nach Waite und seinem Verleger benannt und hieß fortan „Rider-Waite-Tarot“. Ein weiteres, bis heute sehr bekanntes Tarot-Kartendeck ist jenes von Alleister Crowley. Dieses Deck erschien 1944 zunächst unter dem Namen „Das Buch Thot“ in Anlehnung an den gleichnamigen ägyptischen Weisheitsgott.

Im Verlauf des 20. Jahrhunderts wurden dann immer mehr verschiedene Tarot-Kartensets entwickelt, es setzte ein regelrechter Boom ein. Viele bekannte Künstler wurde im diesem Zuge auf das Thema aufmerksam und gestalteten ihre eigenen Karten – unter anderem der weltbekannte Salvatore Dali. Daher gibt es heute eine schier unbegrenzte Anzahl an verschiedenen Tarot-Kartensätzen, die auch „Decks“ genannt werden. Allerdings ähneln sich die Motive teilweise sehr stark und wurden nur in kleinen Details verändert. Um das Tarot auch in andere Gesellschaftsschichten einzuführen, wurden außerdem in den letzten Jahren und Jahrzehnten immer wieder Abwandlungen entwickelt. So gibt es z. B. recht einfalls- und geschmacklose „Party-Tarots“, Liebes- und Treue-Tarots und vieles mehr. Ob die Welt diese Versionen wirklich braucht, sei einmal dahingestellt.