Wandtattoos – Styling für die Wände

Motive für Wandtattoos

Die Faszination von Jungen beschränkt sich oft im Kindes- oder Jugendalter auf erstaunlich hohes Maß an Begeisterungsfähigkeit für technische Geräte, Autos, Roboter und Wesen aus dem All, wohingegen Mädchen noch oft bis ins hohe Alter einen Sinn für dekorative Schmuckelemente hegen.

Die Zuneigung zu Tieren ist bei beiden Gruppen oft zu beobachten. Jedoch folgen Mädchen dahin gehend öfter mit Tieren verbundenen Hobbys, wie beispielsweise Ponyreiten oder mit Katzen spielen, aktiver, als ihre gleichaltrigen Kindergarten- oder Schulfreunde. Von Tieren werden häufig Sticker, Briefpapier, Poster und Postkarten gesammelt. Das Motiv eines Pferdes oder einer Katze wäre für alle Mädchen ein grandioses Wandtattoo, welches sie stolz ihren Freundinnen präsentieren könnten.

Für Jungen sind zwar ihre Wand-Tattoos mit Autos und grünen Männchen cool, haben aber bei den Freunden nicht diesen hohen Stellenwert und sollen im Kinderzimmer nur als eine actionreiche Spielkulisse dienlich sein.

Doch hiermit wird auch die erste Problematik beim Wandtattoo für das Kinderzimmer deutlich:

Räumliche Aufteilung

Das Kinderzimmer besitzt seiner Natur nach zumeist mehrere Funktionen. So ist es einerseits der Platz, an den sich die Kinder alleine oder mit Freunden bei schlechtem Wetter zum Spielen zurückziehen, andererseits muss das Kinderzimmer auch eine gute Basis für die Erholung des Kindes bieten. Es darf deshalb auch in der Wanddekoration nicht zu unruhig wirken. Bei größeren Zimmern ist eine räumliche Aufteilung in Spiel- und Schlafecke empfehlenswert, die dann auch jeweils unterschiedliche Motive eines Wand-Tattoos gestatten. Doch leider ist eine gewünschte Einteilung nicht immer möglich und die Eltern sollten bei der Gestaltung der Wände im Sinne des Kindes auf ein zu aufregendes Motiv verzichten.

Tierbilder

Bei den Wand-Tattoos für Mädchenkinderzimmer dürfte diese Sorge, wenn tatsächlich Tierbilder gewählt werden, nicht ganz so gravierend sein. Schließlich vereinigen Tiere die beiden Eigenschaften in sich, sowohl aufregende und unvergessliche Erlebnisse schaffen zu können, als auch Ruhe und Sicherheit zu spenden. Jedoch gibt es auch sehr unterschiedliche Tiere, und bei der Wahl eines realistisch anmutenden Wand-Tattoos sollte darauf geachtet werden, dass die malerisch dargestellten Tiere keinen bedrohlichen, vielmehr einen vertrauensvollen, höchstens naiven Blick haben.

Wand-Tattoos gibt es in fast allen erdenklichen Größen. Die bisher genannten Motive dürfen als Einzelbilder ruhig etwas größer ausfallen. Sollten andere Dekorationen, etwa kleine Verse oder Sprüche gewählt werden, kann oft die kleinere bis mittlere Größenvariante, richtig platziert, eine enorme Wirkung erreichen. Das gilt im dekorativen Sinne als auch in Hinsicht auf die emotionale Aussagekraft.

Gedichte

Doch auch diese Motive in Schriftform dürften eher in Mädchenkinderzimmern favorisiert werden, ebenso wie ein Wand-Tattoo von dem großen Schwarm aus der Lieblingsserie oder einer angesagten Boygroup. Da halten sich Jungs in der Regel eher bedeckt, und ein Wandtattoo von dem Filmstar, welchen sie heiraten wollen, wenn sie eines Tages groß sind, ist bei Jungs meist unangemessen und würde nicht selten zu Hänseleien von den Freunden führen.

Wand-Tattoos für kleine Kinder

Was in Kinderzimmern von 4 bis 16-jährigen Kindern hervorragend ankommen mag, sollte in Kinderzimmern für Babys und Kleinkindern unter anderen Gesichtspunkten gewählt werden. Hier herrschen eigene Gesetze. Ein Zuviel an Mensch oder Tier in Form eines Wandtattoos beansprucht zu sehr den Geist der kleinen Kinder, der noch keine logische Zuordnung in ausgereifter Form gestattet. Motive von Lebewesen, die nicht, wie die Eltern oder Haustiere, als lebendig erlebt werden, können Angst einflößend wirken. Gerade in diesem frühen und sehr sensiblen Kindesalter sind psychologischen Erkenntnissen zufolge oft Traumata des späteren Lebens ursprünglich begründet. Das sollte durch eine unbedachte Wahl von Wand-Tattoo-Motiven nicht unterstützt werden.

Harmlos hingegen sind für kleine Kinder Wandmotive mit Spielgegenständen wie Kreisel, Stift und Würfel. Sonne, Mond und Sterne sind ebenfalls Motive, die die beruhigende und erholsame Schlafphase der kleinen Kinder, die sie unbedingt brauchen, förderlich unterstützen. Aber auch Blumen und Schmetterlinge können beliebte Motive für Kinder dieses jungen Alters sein. Diese Motive können in kleinen und wiederkehrenden Formen auf die Wand aufgebracht werden und sollten keinesfalls zu groß sein. Den kleinen Kindern fehlt nämlich noch der Sinn für richtige Relationen und sie sollten in einem Raum, wo sie alleine zur Nachtruhe liegen nicht durch zu große Formen verunsichert werden.

Farben

Es gilt hier, und auch bei etwas größeren Kindern nicht die oft fälschlicherweise angenommene Regel: „je bunter, desto besser“. Ein Wand-Tattoo für das Kinderzimmer sollte, sofern es realistisch dargestellt sein will, immer durch eine zurückhaltende Farbgebung wirken und keinesfalls durch ein Übermaß an Farbe „schreien“.

Comiczeichnungen

Zeichentrickfiguren wie Mickey- oder Minniemaus, der gestiefelte Kater, eine kleine Hexe oder eine Zauberfee dürfen ab einem Alter von etwa 4 Jahren und aufwärts durchaus Einzug auf die Kinderzimmertapete erhalten. Allerdings werden sie vermutlich ab einem Alter von etwa 8 Jahren bereits als kitschig empfunden. Auch hier gilt, dass weibliche Zeichentrickfiguren wie Elfen, Feen oder Meerjungfrauen in Mädchenkinderzimmern besser ihren Platz finden, männliche Helden und Idole wie beispielsweise Figuren aus Star Treck oder Ice Age in Kinderzimmern „für Jungs“

Mickey und Minniemaus stellen hier allerdings, genauso wie Puh der Bär eine erstaunliche Ausnahme dar, die eine psychologische Erforschung durchaus Wert wäre. Sie passen einfach in beide Kinderzimmer.

Auswahl von Wand-Tattoos

Eltern sollten stets das Wohl ihrer Kinder im Auge behalten und bei der Wahl eines Wand-Tattoos auch mit ihnen gemeinsam über das Motiv entscheiden. Jüngeren Menschen fehlt es oft noch an der Voraussicht, deshalb sollten Eltern auch unbedingt bei einem Motivwunsch, der bedenklich wäre, Einhalt gebieten. Es gibt schließlich zahlreiche Vorlagen. Wenn die Kinder einen Motivwunsch nicht erfüllt bekommen, können genügend andere zufriedenstellende Alternativen gefunden werden.

Die Zeit der einheitlich weiß gestrichenen Wohnungen ist vorbei, heutzutage hält wieder Farbe Einzug in die Wohnräume. Aber schrille Wandfarben und wild gemusterte Tapeten haben den Nachteil, dass man sich das Resultat im Voraus oft doch etwas anders vorgestellt hatte oder sich einfach mit der Zeit an ihnen satt sieht. Eine gute Alternative bieten hier Wandtattoos – das sind Aufkleber aus einer selbstklebenden, meist matten Vinylfolie. Eine Anbringung ist ohne vorherige Grundrenovierung möglich, und das nicht nur auf glatten Wandflächen, sondern auch auf Struktur- oder Raufasertapeten, Fliesen, Holz, Metall- oder Glasflächen.

Formen

Der Kreativität sind somit also fast keine Grenzen gesetzt und hat man erst einmal angefangen, sich im großen Angebot an Formen und Farben umzusehen, findet sich oft mehr als eine Fläche, die es zu verschönert gilt. Florale Muster im Wohnzimmer, Seifenblasen im Badezimmer, das Rezept vom Lieblingsgericht in der Küche oder ein Liebesgedicht im Schlafzimmer – Raum für Raum gibt es viele Möglichkeiten, mit einem Wandtattoo Akzente zu setzen.

Die Anbringung von >Wandtattoos ist nicht schwer und gelingt, vor allem Anfängern, am besten zu zweit. Es empfiehlt sich, an einer verborgenen Stelle zunächst das Verfahren einmal komplett durchzuspielen und die Beschaffenheit des Untergrundes zu testen.

Die Wandtattoos werden eingebettet in Trägerpapier und eine sogenannte Trägerfolie geliefert. Das Trägerpapier wird abgezogen und das Wandtattoo dann an die gewünschte Stelle gebracht. Die genaue Position sollte exakt vermessen und mit Bleistift markiert werden, denn wenn das Augenmaß versagt, ist eine spätere Korrektur nach dem Anbringen nicht mehr möglich. Das Fixieren des Wandtattoos erfolgt dann Stück für Stück, sorgfältig von einer Seite zur anderen. Hierfür gibt es ein spezielles Werkzeug, einen Rakel, möglich ist es aber zum Beispiel auch, eine Plastikkarte (in der Stärke einer EC- oder Bahncard) zu verwenden. Zu guter Letzt sollte das Wandtattoo noch einmal auf Luftblasen überprüft werden, danach kann die durchsichtige Trägerfolie langsam abgezogen werden. Und auch wenn es beim ersten Mal etwas dauern sollte, bis das Wandtattoo perfekt sitzt, schneller als eine Wohnungsrenovierung wird es in jedem Fall gehen.